Die Idee

Maria Edler und das Projekt Cochabamba

Ich bin Maria Edler. Ich wurde in Bolivien geboren und wuchs dort wohlbehütet in einer wunderbaren und liebevollen Großfamile auf. Mein Vater war Professor für Mathematik an der Universität von Oruro, meine Mutter Hausfrau. Ich habe vier Brüder und eine Schwester. Wir hatten eine wunderschöne Kindheit.

Vor 45 Jahren, ich war 17 und hatte eben maturiert, kam ich nach Europa, um hier zu studieren. Ich blieb, und Europa wurde meine neue Heimat.

Als ich im Jahr 1994 ein Waisenheim in meiner Heimat besuchte, war dieses so überfüllt, dass es keinen Platz für ein zusätzliches Kinderbettchen gab. Sechs Jahre später, 2000, gab es überhaupt keine Kinderbetten mehr, denn diese waren entfernt worden, um mehr Kinder unterbringen zu können. Die Schlafsäle hatten nur noch Matratzen am Boden.

Meine zwei Adoptivtöchter sind beide jetzt 18 und bereits junge Damen. Wir leben in einem schönen Haus in diesem wunderbaren Land. Ich habe einen sehr interessanten Beruf, bin Landesangestellte und arbeite im Landesklinikum Krems; es geht uns gut. In meinem Herkunftsland sterben kleine Kinder auf der Strasse, weil niemand zuständig ist.

Ich betrachte es als meine Aufgabe und Verpflichtung, in der zweiten Hälfte meines Lebens Anderen zu helfen, denen es nicht so gut wie mir geht. Mein Ziel ist, ein Kinderheim für verlassene Kinder in meiner Heimat zu realisieren.

Maria Edler